Fortpflanzungsmedizingesetz

Das Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG) regelt, unter welchen Umständen die medizinisch unterstützte Fortpflanzung zulässig ist und welche Methoden angewendet werden dürfen.

Eine „künstliche Befruchtung“ darf nur in einer Ehe, eingetragenen Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft vorgenommen werden. Bei verschiedengeschlechtlichen Paaren muss die Befruchtung auf natürlichem Wege erfolglos oder wegen der Gefahr der Übertragung einer Infektionskrankheit unzumutbar sein. Eine medizinisch unterstützte Fortpflanzung steht auch zum Zwecke einer Präimplantationsdiagnostik (genetische Untersuchung entwicklungsfähiger Zellen vor Einbringung in den Körper der Frau) zur Verfügung.

Zum Ablauf einer medizinisch unterstützten Fortpflanzung sieht das Gesetz vor, dass der behandelnde Arzt spätestens 14 Tage vor der Durchführung  die Ehegatten, eingetragenen Partner oder Lebensgefährten über das Procedere und die Risiken des Eingriffes aufklären muss. 

Des Weiteren darf eine medizinisch unterstützte Fortpflanzung nur mit Zustimmung der Ehegatten, eingetragenen Partner oder Lebensgefährten durchgeführt werden. Wollen Lebensgefährten eine medizinisch unterstützte Fortpflanzung vornehmen lassen oder soll der Samen oder die Eizellen einer dritten Person verwendet werden, so bedarf die Zustimmung  der Form eines Notariatsakts. Durch diesen Notariatsakt werden die Eltern-Kind-Rechte begründet. 

Wer seine Meinung ändert und die „künstliche Befruchtung“ nicht mehr möchte, kann seine Zustimmung dem Arzt gegenüber bis zur Durchführung formfrei (schriftlich, mündlich) widerrufen.